© Pferdetherapie Sandra Kuhnke 2021

Osteopathie

Die Osteopathie [Os (griech.) = Knochen, Pathos (griech.) = Leiden; wörtlich: das Knochenleiden] ist keine neue Behandlungsmethode. Im Humanbereich wurde sie begründet von Dr. Andrew Taylor Still (1828- 1917). Der französische Tierarzt Dr. Dominique Giniaux übertrug die Prinzipien schließlich auf das Pferd. Der Grundgedanke der Osteopathie "Bewegung ist Leben" bezieht sich auf alle Strukturen und Flüssigkeiten des Körpers. Einschränkungen der Beweglichkeit einer Struktur oder eine gestörte Zirkulation der Körperflüssigkeiten können Auswirkungen auf den gesamten Organismus nach sich ziehen. Dr. Andrew Taylor Still stellte vier Regeln auf, welche die Basis für die Behandlung bilden: Abhängigkeit von Struktur und Funktion: Struktur (Anatomie) und Funktion (Physiologie) sind im Körper voneinander abhängig. Eine Bewegung (Funktion) ist nur dann uneingeschränkt möglich, wenn die vollständige anatomische Bewegungsfreiheit (Struktur) vorhanden ist und umgekehrt. Die arterielle Regel: Der Körper ist nur voll funktionsfähig, wenn alle Zellen des Körpers mit Körperflüssigkeiten (Blut, Lymphe, Liquor) versorgt und Abfallstoffe abtransportiert werden können. Andernfalls drohen lokale Stoffwechselstörungen, Verklebungen des Gewebes, Entzündungen etc.. Der Körper als Einheit: Ähnlich wie ein Uhrwerk bilden alle Systeme des Körpers eine physiologische Einheit. Liegt irgendwo eine Blockade vor, wirkt sich dies auf den ganzen Körper aus. So kann sich z.B. ein Problem im Beckenbereich bis ins Genick fortsetzen oder ein erkranktes Organ Blockaden des zugehörigen Wirbelsegmentes hervorrufen. Selbstregulations- und Selbstheilungsfähigkeit des Körpers: Ein gesunder Körper ist in der Lage sich selbst zu heilen. Der Therapeut kann diese "Selbstheilungsmechanismen" nur unterstützen, nicht ersetzen. Ein gesunder Körper kann Krankheiten abwehren und gelegentliche Störungen meist unbemerkt kompensieren. Treten jedoch zu viele oder zu starke Störungen auf, beginnt die Dekompensation und Symptome werden sichtbar. Spätestens dann ist eine Therapie notwendig. Zu Beginn einer Behandlung verschafft sich der Therapeut einen Überblick über die Beweglichkeit des gesamten Pferdes. Wichtig sind hier jedoch nicht die Form der Strukturen, sondern ob und wie diese sich bewegen. Ziel der Behandlung ist es, die Unbeweglichkeiten auszugleichen, d.h. das natürliche Bewegungsausmaß wieder herzustellen. Dies bezieht sich nicht nur auf die Gelenke. Auch die umliegenden Strukturen wie Muskeln, Sehnen und Bindegewebe werden behandelt. Die Lösung einer blockierten Struktur ruft eine stärkere Durchblutung und einen erhöhten Stoffwechsel des betroffenen Gebietes hervor. Motorische Reflexkreise, die zur Verspannung der Muskulatur führen, werden durchbrochen. Das Gleichgewicht wird wieder hergestellt und somit die Selbstheilung des Gewebes ermöglicht. Die Osteopathie ist eine sanfte, rein manuelle Therapie. Der Therapeut benötigt zur Behandlung einzig und allein seine Hände. Da der Bewegungsapparat in der Einheit "Pferdekörper" eng mit allen anderen Körperfunktionen verbunden ist, zeigt eine osteopathische Behandlung auch Auswirkungen auf Atmung, Stoffwechsel, Kreislauf und Psyche des Pferdes. Nach einer Behandlung braucht das Pferd mindestens 48 Stunden zur Erholung. Es sollte in dieser Zeit nicht geritten werden, sich aber frei bewegen können. Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Behandlungsform. Wichtig ist daher die Zusammenarbeit aller beteiligter Parteien: Tierarzt, Schmied, Sattler, Pferdedentist, Trainer, Reiter und Besitzer.
© Pferdetherapie Sandra Kuhnke 2021

Osteopathie

Die Osteopathie [Os (griech.) = Knochen, Pathos (griech.) = Leiden; wörtlich: das Knochenleiden] ist keine neue Behandlungsmethode. Im Humanbereich wurde sie begründet von Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917). Der französische Tierarzt Dr. Dominique Giniaux übertrug die Prinzipien schließlich auf das Pferd. Der Grundgedanke der Osteopathie "Bewegung ist Leben" bezieht sich auf alle Strukturen und Flüssigkeiten des Körpers. Einschränkungen der Beweglichkeit einer Struktur oder eine gestörte Zirkulation der Körperflüssigkeiten können Auswirkungen auf den gesamten Organismus nach sich ziehen. Dr. Andrew Taylor Still stellte vier Regeln auf, welche die Basis für die Behandlung bilden: Abhängigkeit von Struktur und Funktion: Struktur (Anatomie) und Funktion (Physiologie) sind im Körper voneinander abhängig. Eine Bewegung (Funktion) ist nur dann uneingeschränkt möglich, wenn die vollständige anatomische Bewegungsfreiheit (Struktur) vorhanden ist und umgekehrt. Die arterielle Regel: Der Körper ist nur voll funktionsfähig, wenn alle Zellen des Körpers mit Körperflüssigkeiten (Blut, Lymphe, Liquor) versorgt und Abfallstoffe abtransportiert werden können. Andernfalls drohen lokale S t o f f w e c h s e l s t ö r u n g e n , Verklebungen des Gewebes, Entzündungen etc.. Der Körper als Einheit: Ähnlich wie ein Uhrwerk bilden alle Systeme des Körpers eine physiologische Einheit. Liegt irgendwo eine Blockade vor, wirkt sich dies auf den ganzen Körper aus. So kann sich z.B. ein Problem im Beckenbereich bis ins Genick fortsetzen oder ein erkranktes Organ Blockaden des zugehörigen Wirbelsegmentes hervorrufen. Selbstregulations- und Selbstheilungsfähigkeit des Körpers: Ein gesunder Körper ist in der Lage sich selbst zu heilen. Der Therapeut kann diese " S e l b s t h e i l u n g s m e c h a n i s m e n " nur unterstützen, nicht ersetzen. Ein gesunder Körper kann Krankheiten abwehren und gelegentliche Störungen meist unbemerkt kompensieren. Treten jedoch zu viele oder zu starke Störungen auf, beginnt die Dekompensation und Symptome werden sichtbar. Spätestens dann ist eine Therapie notwendig. Zu Beginn einer Behandlung verschafft sich der Therapeut einen Überblick über die Beweglichkeit des gesamten Pferdes. Wichtig sind hier jedoch nicht die Form der Strukturen, sondern ob und wie diese sich bewegen. Ziel der Behandlung ist es, die U n b e w e g l i c h k e i t e n auszugleichen, d.h. das natürliche Bewegungsausmaß wieder herzustellen. Dies bezieht sich nicht nur auf die Gelenke. Auch die umliegenden Strukturen wie Muskeln, Sehnen und Bindegewebe werden behandelt. Die Lösung einer blockierten Struktur ruft eine stärkere Durchblutung und einen erhöhten Stoffwechsel des betroffenen Gebietes hervor. Motorische Reflexkreise, die zur Verspannung der Muskulatur führen, werden durchbrochen. Das Gleichgewicht wird wieder hergestellt und somit die Selbstheilung des Gewebes ermöglicht. Die Osteopathie ist eine sanfte, rein manuelle Therapie. Der Therapeut benötigt zur Behandlung einzig und allein seine Hände. Da der Bewegungsapparat in der Einheit "Pferdekörper" eng mit allen anderen Körperfunktionen verbunden ist, zeigt eine osteopathische Behandlung auch Auswirkungen auf Atmung, Stoffwechsel, Kreislauf und Psyche des Pferdes. Nach einer Behandlung braucht das Pferd mindestens 48 Stunden zur Erholung. Es sollte in dieser Zeit nicht geritten werden, sich aber frei bewegen können. Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Behandlungsform. Wichtig ist daher die Zusammenarbeit aller beteiligter Parteien: Tierarzt, Schmied, Sattler, Pferdedentist, Trainer, Reiter und Besitzer.